27. Februar 2021 | Gedankenanstoß

Freut euch viel mehr, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.

Es war kurz nach meinem Abitur. Ich wollte mit einem richtig guten Freund mal richtig gut essen gehen. Unsere Wahl fiel auf ein etwas nobleres Restaurant im Herzen von Frankfurt. Es war eines dieser Restaurants, bei dem man gleich am Anfang von einem Mitarbeiter in Empfang genommen wurde, der in einem großen schweren Buch vor sich die Reservierungen abglich.

Uns trennten nur noch wenige Meter von dem Eingang, als meinem Freund eine durchaus wichtige Frage einfiel. »Hast du eigentlich auf deinen oder auf meinen Nachnamen reserviert?« »Hä?«, gab ich verdattert zurück. »Du wolltest dich doch um die Reservierungen kümmern!« Wir blieben stehen und schauten uns an. Es entstand ein kurzes Wortgefecht, nicht wirklich schlimm, aber zumindest wollte keiner in seiner Ansicht nachgeben, der andere habe doch behauptet, er reserviere.

Schlussendlich entschieden wir uns einfach, es trotzdem zu probieren. Zu unserer maßlosen Verblüffung stellte sich heraus, dass einer von uns beiden wohl doch reserviert hatte. Hätte man uns an diesem Abend nicht reingelassen, wären wir einfach in ein anderes Restaurant gegangen. Trotzdem war es ein gutes Gefühl. Wir standen auf der Liste mit den Reservierungen. Wir durften rein. An diesem Abend speisten wir köstlich. Mit vielen guten Gesprächen und einer feinen Flasche Bordeaux.

Aber das ist natürlich nichts gegen das Wissen, dass irgendwo in einem himmlischen Buch der eigene Name eingetragen wurde. Fest verankert – Irrtum ausgeschlossen. Vielleicht wird es Momente in unserem Leben geben, in denen wir vergessen, dass wir in diesem himmlischen Buch längst eingetragen sind, aber der Besitzer dieses Buches wird es nicht vergessen!