14. März 2021 | Gedankenanstoß

Man(n) denkt

Scheitern

Im November 2019 war ich auf einem besonderen christlichen Männertreffen (4M Deutschland e.V.). Die ersten 24 Stunden bestanden aus Wandern und Übernachtung im Zelt. Verrückt – oder? Dann hatte ich den Kanal voll. Nach einer unruhigen Nacht und vielen Kilometern durch den Thüringer Wald, mit einem 18-kg-Rucksack auf dem Rücken und Nieselregen von oben, konnte ich nicht mehr. Ich musste abbrechen.

Man(n) mag eigentlich lieber Erfolg und Spitzenleistung. Ein Scheitern ist kein Erlebnis, von dem man gern erzählt. Trotzdem erzähle ich hin und wieder von dieser Erfahrung. Die kleinen Predigten, die uns unterwegs bei Pausen „verabreicht wurden“, haben mich aufgewühlt und beeindruckt. Für mich war diese spezielle Wanderung eine Zeit, in der ich intensiv über meinen Glauben nachgedacht habe.

Wir waren drei von vierhundert Männern, die nach der zweiten Nacht vorzeitig mit dem Zug nach Hause gefahren sind. Wir konnten uns gegenseitig aufmuntern. Gott meinte es gut mit uns, denn der nächste Zug fuhr, aus dem tiefsten Thüringer Wald, direkt bis nach Leipzig. Es war warm und gemütlich…

Kennst Du Psalm 23? Nach dem Scheitern, dem dunklen Tal, geht es zur Stärkung auf eine frische Wiese. Mehr dazu in ca. 14 Tagen an dieser Stelle.

WB