13. Mai 2021 | Gedankenanstoß

Man(n) denkt

In den 80iger Jahren haben wir am Feiertag Christi Himmelfahrt Ausflüge in den Harz unternommen, um mit dem Dampfzug der dortigen Schmalspurbahn zu fahren. Einmal fuhr der Morgenzug in Wernigerode schon vollgestopft mit Männertags-Gruppen ein. Bier floss in Strömen – zum Teil auch über den Waggonboden. Unterwegs wurde die Notbremse gezogen, um eine weitere Gruppe mit Bollerwagen und Bierkisten aufzunehmen. Das arme Rotkäppchen (Schaffnerin mit roter Mütze) konnte kaum eine geordnete Fahrt sicherstellen. Wir als Westberliner Eisenbahnfreunde beschlossen, unsere Touren zukünftig an anderen Tagen zu unternehmen…

Egal ob Vatertag, Herren- oder Männertag: Mit Christi Himmelfahrt hat das alles nichts zu tun. Ich habe nichts gegen einen gepflegten (!) Ausflug an diesem Feiertag oder einen Kurzurlaub zum verlängerten Wochenende (soll ja irgendwann wieder möglich sein). Aber während ich mir Gedanken über diesen Text machte, fällt mir auf, dass dieser Feiertag vielleicht etwas unterschätzt wird. Er kennzeichnet doch einen weiteren Meilenstein in dem Plan Gottes, die Beziehung zwischen ihm und den Menschen auf eine neue Grundlage zu stellen.

Markus 16: „19 Nachdem Jesus, der Herr, das gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und nahm den Platz an Gottes rechter Seite ein. 20 Die Jünger aber zogen hinaus und verkündeten überall die rettende Botschaft. Der Herr war mit ihnen und bestätigte ihr Wort durch die Zeichen seiner Macht.“

Und nun sind wir am Zug – wir, die wir uns als Nachfolger Jesu verstehen. Ausgestattet mit einem besonderen Auftrag und mit besonderer Energie.

Man(n) sollte sich dies an diesem Feiertag bewusst machen…

WB